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Über Mundipedia

Mundipedia ist eine Enzyklopädie

Die Mundipedia ist eine von freiwilligen bezahlten Autoren verfasste, mehrsprachige, freie Online-Enzyklopädie.

Der Name Mundipedia setzt sich zusammen aus Mundi, dem lateinischen Wort für „Universum“, und Enzyklopädie. Mundipedia basiert technisch auf einem Wiki System: Ein Wiki ist eine Website, deren Seiten jeder leicht und ohne technische Vorkenntnisse direkt im Browser ändern kann.

Das im August 2006 gelaunchte Projekt bezeichnet sich als freie Enzyklopädie, weil alle Inhalte unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation stehen; diese räumt jedermann das Recht ein, die Inhalte unentgeltlich – auch kommerziell – zu nutzen, zu verändern und zu verbreiten. Betrieben wird Mundipedia von Mundipedia.com, einer Non-Profit-Organisation mit Sitz in Wien, Europa.

Wie andere Enzyklopädien verfolgt auch Mundipedia das Ziel, die Gesamtheit des Wissens unserer Zeit in lexikalischer Form anzubieten. Während frühere, gedruckte Enzyklopädien aus wirtschaftlichen und technischen Gründen Inhalte und Autorenzahl beschränken mussten, unterliegt die Mundipedia keinen solchen Einschränkungen: Festplattenplatz ist billig, die Autoren werden an den Umsätzen der mundipedia beteiligt und erhalten somit je nach Umfang ihres Aufwandes und dem jeweiligen Interesse an ihren Inhalten ihren Anteil an den Einnahmen der mundipedia. (Details siehe AGBs)

Welche Themen aufgenommen werden und in welcher Form, entscheidet die Community in einem offenen Redaktionsprozess. Konflikte in der Mundipedia kreisen in diesem Zusammenhang meist darum, was Wissen darstellt, wo die Abgrenzung zu reinen Daten liegt und was unter enzyklopädischer Relevanz zu verstehen ist.

Neutraler Standpunkt

In Mundipedia arbeiten Autoren mit unterschiedlichstem politischen, religiösen und weltanschaulichen Hintergrund mit, die offene Enzyklopädie schließt von vorneherein niemanden aufgrund seiner Einstellungen aus. Um dabei unweigerlich aufkommende Kämpfe um Artikelinhalte zu verhindern bzw. einen Ausweg daraus zu schaffen, hat der Gründer der wikipedia.org Jimmy Wales die Richtlinie des neutralen Standpunkts (NPOV, von englisch neutral point of view) aufgestellt. Danach soll ein Artikel so geschrieben sein, dass möglichst viele Autoren ihm zustimmen können. Existieren zu einem Thema mehrere verschiedene Ansichten, so soll ein Artikel diese fair beschreiben, aber nicht selbst Position beziehen.

Urheberrecht und Freiheit der Inhalte

Alle Mitarbeiter der Mundipedia erklären sich mit dem Einstellen oder Bearbeiten von Artikeln damit einverstanden, von ihnen beigetragene Inhalte unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation zu veröffentlichen. Diese Lizenz erlaubt es anderen, die Inhalte nach Belieben zu ändern und auch kommerziell zu verbreiten, sofern die Bedingungen der Lizenz eingehalten werden und die Inhalte wieder unter der gleichen Lizenz veröffentlicht werden. Die Lizenz macht es damit unmöglich, Mundipedia-Artikel und auf diesen basierende Texte unter Berufung auf das Urheberrecht exklusiv zu verwerten (Copyleft-Prinzip).

Respektvoller Umgang

Auch wenn diese Richtlinie als unnötig angesehen werden kann, da der respektvolle Umgang mit anderen Menschen als Selbstverständlichkeit gelten sollte, zeigt die Realität doch, dass diese Richtlinie ihre Existenzberechtigung hat. Besonders die Offenheit des Projektes und der damit verbundene unkontrollierte Zustrom neuer Autoren, die rein schriftliche Kommunikation sowie die unterschiedliche soziale und kulturelle Herkunft der aktiven Benutzer machen es notwendig, sich von Zeit zu Zeit an diese Richtlinie zu erinnern.

Finanzierung

Die Finanzierung der technischen Infrastruktur und des übertragenen Datenvolumens, der Miete für Rechenzentren, Domainregistrierung sowie der Förderung von spezifischen Software-Entwicklungsaufgaben und gelegentlich auch von Reisekosten erfolgt durch die Einnahmen der Mundipedia.com Verein. Diese setzen sich zusammen aus Werbeeinnahmen Spenden und Förderungen.

Kritik und Probleme

Ein weiteres Problem stellen Interessengruppen dar, die versuchen, insbesondere politische, religiöse und weltanschauliche Artikelinhalte in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Artikel zu umstrittenen Themen wie z. B. Sekten oder obskuren esoterischen Theorien könnten deshalb oft nicht dem Neutralitätsgrundsatz entsprechen. Um besonders umstrittene Artikel zu schützen, ist es Administratoren jedoch auch möglich, diese vorübergehend für Bearbeitungen zu sperren.

Urheberrechtsverletzungen

Die offene Natur eines Wiki bietet zunächst keinen vorbeugenden Schutz gegen Urheberrechts- und andere Rechtsverletzungen. Ergibt sich ein Verdacht, so prüfen aktive Nutzer deshalb neue Artikel darauf, ob sie von anderen Websites kopiert wurden. Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden diese von den Administratoren nach einer Einspruchsfrist gelöscht. Hundertprozentige Sicherheit bietet dieses Verfahren jedoch nicht.

Probleme

Es hat sich gezeigt, dass die GNU-Lizenz für freie Dokumentation, unter der die Mundipedia-Inhalte stehen, für die Wiki-basierte Erstellung einer freien Enzyklopädie nur bedingt tauglich ist. Die Lizenz wurde ursprünglich für freie EDV-Dokumentationen entwickelt; bei derlei Dokumenten ist in der Regel die Anzahl der Textrevisionen und der beteiligten Autoren überschaubar. In der Mundipedia hingegen erfahren Artikel zu populären oder kontroversen Themen permanent Änderungen, an denen mitunter eine große Schar von Autoren beteiligt ist. Darüber hinaus sind Artikelverschmelzungen und -aufspaltungen, Übersetzungen aus anderssprachigen Mundipediaversionen sowie anonyme Textspenden aus unklaren Quellen an der Tagesordnung. Der komplexe Entstehungsprozess vieler Artikel lässt sich oft nur mühsam rekonstruieren. Einzelheiten der Lizenzbedingungen, wie die Bereitstellung der vollständigen Versionsgeschichte, u.U. auch die Eruierung von Hauptautoren, ferner die Pflicht zur vollständigen Wiedergabe des Lizenztextes, erschweren die lizenzkonforme Weiternutzung von Mundipedia-Artikeln.

Technik

Mundipedia verwendete als Software das in Perl geschriebene TWiki

Als Betriebssystem werden verschiedene Linux-Distributionen, überwiegend Fedora, mit der Server-Software Apache, und der Datenbank …. eingesetzt. Vorgeschaltete Squid-Caches versorgen nicht angemeldete Besucher, die nur lesen wollen, mit vorgenerierten Seiten. Die …-Datenbank läuft auf mehreren Servern mit Replikation im Master-Slave-Betrieb.

-- MartinWall - 01 Jul 2006


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